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Coronavirus: Halb Deutschland hat Angst vor zweiter Welle

Etwa die Hälfte der Menschen in Deutschland fürchtet sich vor einer zweiten Welle des Coronavirus, so das Ergebnis einer Umfrage. Aber mehr Menschen denken, dass der Klimawandel ein größeres Thema für die deutsche EU-Ratspräsidentschaft ist als das Coronavirus.

Die Hälfte der deutschen Bevölkerung befürchtet eine zweite Welle des Coronavirus. Das geht aus der am Donnerstag veröffentlichten Umfrage “Deutschlandtrend” für die ARD hervor.

Rund 13 Prozent der Menschen sind sehr besorgt, dass die Infektionen in den kommenden Wochen deutlich zunehmen werden, 37 Prozent sind sehr besorgt, so die Umfrage.

Andere zeigten sich entspannter: 32% gaben an, weniger besorgt über eine zweite Pandemiewelle zu sein, und 17% sind noch weniger besorgt.

Allerdings haben die Menschen ihr Verhalten als Reaktion auf das Virus deutlich verändert. Etwa 89% sagten, dass sie sich häufiger die Hände waschen, 88% sagten, dass sie jetzt einen deutlichen Abstand zu anderen Personen halten. Knapp drei Viertel der Deutschen (72%) gaben an, dass sie Freunde und Verwandte nur noch in begrenztem Umfang treffen.

Mehr als die Hälfte (57%) sagte, dass sie dieses Jahr keinen Sommerurlaub machen werden, während 39% trotz der Pandemie weitermachen werden.

Die meisten Menschen in Deutschland tragen einen Mundschutz, wo dies gesetzlich vorgeschrieben ist. 80% gaben jedoch an, dass sie keine Maske tragen, wenn sie nicht gesetzlich dazu verpflichtet sind.

Bei der von Infratest dimap durchgeführten Umfrage wurden 1.003 Personen befragt.

Im Rahmen der Umfrage wurden die Befragten auch nach ihrer Meinung zur deutschen Agenda für die sechsmonatige Präsidentschaft der Europäischen Union befragt. Deutschland hat am Mittwoch die Ratspräsidentschaft der Europäischen Union übernommen.

Rund 50 Prozent der Befragten wünschen sich, dass sich die deutsche EU-Ratspräsidentschaft auf den Klimaschutz konzentriert, 39 Prozent wollen, dass sich Deutschland auf die Bewältigung der Folgen der Pandemie konzentriert.

Andere Themen fanden keine begeisterte Resonanz als Sonderthemen der Ratspräsidentschaft. 33 Prozent machten sich Sorgen um die Einhaltung der Rechtsstaatlichkeit in der EU, 25 Prozent um Fragen der Digitalisierung und 24 Prozent um den anstehenden EU-Haushalt. Nur 7% sind der Meinung, dass Deutschland sich um die künftigen Beziehungen zu Großbritannien kümmern sollte.